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Glossar für Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

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Ähnlichkeit (Gestaltfaktor)
Ähnliche Elemente werden nach diesem Gestaltfaktor zu einer Einheit zusammengefasst.
Absolutschwelle
Die Absolutschwelle ist die geringste Intensität eines Reizes, die zu einer berichtbaren Wahrnehmung beim Beobachter führt.
Absorption
Absorption ist die Schwächung der Lichtintensität an einer Grenzfläche von zwei Materialien. Absorption in den Rezeptoren ist die Grundlage des Sehens.
Achromatische Beleuchtung
Achrormatische Beleuchtung bezeichnet eine Beleuchtung mit einer Wellenlängenmischung, die Grautöne ergibt.
Achromatopsie
Achromatopsie ist die Unfähigkeit zur Diskrimination von Farbtönen durch Gehirnschädigung und damit eine besondere Form der Farbblindheit.
Adaptation
Adaptation ist die Anpassung einer Sinnesleistung an konstante Umgebungssituationen.
Adaptives Verfahren (der Schwellenbestimmung)
Ein adaptives Verfahren (der Schwellenbestimmung) verändert schrittweise den Reiz in Abhängigkeit von der Reaktion des Beobachters.
Agnosie
Agnosie ist der Oberbegriff für neuronal bedingte Erkennungsstörungen ohne Beeinträchtigung des visuellen Systems.
Akinetopsie
Akinetopsie ist eine durch Gehirnschädigung hervorgerufene isolierte Unfähigkeit, Bewegungen wahrzunehmen.
Akkomodation
Unter Akkomodation versteht man die Veränderung der Linsendicke des Auges durch die Ziliarmuskeln. Dadurch werden Abbilder auf der Retina fokussiert.
Aktionspotenzial
Ein Aktionspotenzial ist eine schnelle Änderung des elektrischen Potenzials, die sich als Impuls in einer Nervenfaser fortsetzt. Die Veränderung umfasst einen Wechsel von –70 mV (Ruhepotenzial) auf +50 mV.
Aktivationsschwelle
Ausmaß an Aktivation, das notwendig ist, um die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Stimulus zu lenken.
Aktives Berühren
Beim aktiven Berühren untersucht ein Beobachter ein Objekt aktiv mit den Händen.
Alles-oder-nichts-Prinzip
Annahme, dass in einem Kanal ankommende Information entweder vollständig weitergleitet oder vollständig ignoriert wird.
Altersschwerhörigkeit
Die Altersschwerhörigkeit ist eine Variante eines Hördefizits durch Schädigung der Cochlea, die mit dem Alter eintritt. Sie äußert sich besonders bei hohen Frequenzen.
Amakrine Zellen
Amakrine Zellen bilden einen Teil des Verarbeitungsweges in der Retina. Sie beeinflussen auch die Aktivität von Ganglienzellen.
Ansichtenabhängige Theorien
Ansichtenabhängige Theorien nehmen an, dass bekannte Objekte als kleine Menge von prototypischen Ansichten gespeichert sind.
Ansichtsinvariante Theorien
Ansichtsinvariante Theorien nehmen an, dass bekannte Objekte als Strukturbeschreibungen bestehend aus einer Menge von Elementen und den Beziehungen zwischen den Elementen gespeichert sind.
Anteriorer cingulärer Kortex
Im mittleren (medialen), vorderen Bereich des Frontalhirns. Verschiedene Autoren nehmen an, dass die Neuronen dieses Bereichs verstärkt Signale aussenden, wenn ein Verhaltensfehler aufgetreten ist und/oder wenn durch das Auftreten von Konflikten, Hindernisse bei der Zielerreichung einer Handlung entstehen. Andere Theorien stehen dieser Annahme skeptisch gegenüber und meinen, dass diese Struktur genau wie der laterale präfrontale Kortex grundlegend in die exekutive Kontrolle involviert ist.
Aperture- oder Ausschnittproblem
Das Aperture- oder Ausschnittproblem besagt, dass bei der Wahrnehmung eines Objektes in einem Ausschnitt die Bewegungsrichtung lokaler Elemente nicht eindeutig ist. Es ist also ein Problem der Mehrdeutigkeit.
Arbeitsgedächtnis
Beschreibt den Teil des aktiven Gedächtnisses, der beim Ausführen einer Handlung aktiv ist und die dazu gehörigen Informationen online hält. Neben einem Speicher für visuell-räumliche Information wird ein Speicher für verbal-sprachliche Information (phonologischen Schleife) sowie ein episodischer Puffer unterschieden; zusätzlich wird eine zentrale Exekutive postuliert, die Steuerungs- und Kontrollfunktionen übernimmt.
Aroma
Das Wahrnehmen von Aroma beruht wesentlich auf einer Interaktion von Geruchs- und Geschmackswahrnehmung.
Atmosphärische Farbverschiebung
Atmosphärische Farbverschiebung ergibt sich durch das entfernungsbhängige Ausmaß an Lichtstreuung. Infolge der Streuung erscheinen die weiter entfernten Objekte blasser, blauer und kontrastärmer.
Attenuationstheorie der Aufmerksamkeit
Die Attenuationstheorie der Aufmerksamkeitbesagt, dass auch Signale aus nicht beachteten Kanälen, wenn auch in abgeschwächter Form, weitergeleitet werden. Die Verarbeitung durchläuft eine Hierarchie von Verarbeitungsstufen. Welches Verarbeitungsniveau erreicht wird hängt u.a. von der verfügbaren Verarbeitungskapazität ab.
Auditive Aufmerksamkeit
Selektion auditiver Signale, die für zielgerichtete Handlungen notwendig sind.
Aufmerksamkeit
Mit Aufmerksamkeit werden Prozesse bezeichnet, mit denen wir Informationen, die für aktuelle Handlungen relevant sind, selektieren bzw. irrelevante Informationen deselektieren. Selektion beeinflusst die Wahrnehmung (Selektion für die Wahrnehmung) und die Handlungsplanung und -ausführung (Selektion für die Handlungskontrolle).
Aufmerksamkeitsblinzeln
Beschreibt ein Wahrnehmungsphänomen, bei dem der zweite zweier kurz nacheinander präsentierter Zielreize nicht wahrgenommen wird.
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
Patienten mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leiden u.a. an erhöhter Ablenkbarkeit durch neue plötzlich auftretende Reize (Aufmerksamkeitsschwäche), erhöhter Impulsivität bis hin zur Hyperaktivität; neuropsychologische Theorien erklären das u.a. mit Dysfunktionen des präfrontalen Kortex und einer Minderversorgung mit dem Neurotransmitter Dopamin; als eine Folge davon wird eine verringerte Fähigkeit zum Schützen aktueller Aufgabenrepräsentation im Arbeitsgedächtnis diskutiert.
Augenbewegung
Mithilfe von Augenbewegungen werden Objekte fixiert.
Augenfolgebewegung
Die Augenfolgebewegung ist eine unwillkürliche Bewegung des Auges beim Verfolgen eines Objektes.
Automatischer Prozess

Ein Automatischer Prozess läuft weitgehend kapazitätsfrei ab.

Automatizität/Automatisierung
Begriff zur Beschreibung einer Eigenschaft von Informationsverarbeitungsprozessen: Automatische Prozesse benötigen keine Aufmerksamkeitsressourcen, laufen schnell ab, sind unvermeidbar und nicht dem Bewusstsein zugänglich. Allerdings lässt sich durch diese Merkmale nicht eindeutig entscheiden, ob ein Prozess automatisch oder nicht automatisch abläuft, da nie alle Merkmale notwendigerweise zutreffen und keine Einigkeit besteht welche(s) hinreichend für Automatizität sind (ist).
Axon
Bei einem Axon handelt es sich um eine lange, zylindrische Struktur, welche die Information vom Zellköper eines Neurons zu den Endknöpfen weitergibt.

Das Buch

Kompakt aber doch vollständig: Dieses Buch enthält alle prüfungs-relevanten Themen des Faches „Wahrnehmung und Aufmerksamkeit" - von allgemeinen Prinzipien der Wahrnehmung und den Eigenschaften der Sinnessysteme über die Psychophysik bis hin zu den Wahrnehmungsleistungen des visuellen, auditiven, Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinns im ersten Teil, sowie zentralen Themen der Aufmerksamkeitsforschung und die Bedeutung der Aufmerksamkeit für Handlungen im zweiten Teil. Alles ist sehr lernfreundlich aufbereitet durch zahlreiche Fallbeispiele, vierfarbige Abbildungen, Bezüge zur Berufspraxis, Definitionen, Lernziele, Kontrollfragen und vertiefende Literatur. Eine ausführliche Randspalte (fast-track) bietet das Wichtigste in Kürze - damit auch unter Zeitdruck alles Wesentliche hängenbleibt.

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