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Hörbeiträge
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Kapitel 1: Einführung in die Psychologie des Urteilens, Entscheidens und Problemlösens (22:39 min)
Urteilen, Entscheiden und Problemlösen sind alltägliche Prozesse des Denkens. Ohne sie wären wir nicht fähig, unser Handeln effektiv an die Erfordernisse der Umwelt anzupassen und dabei gleichzeitig unsere Ziele zu erreichen.
Dieses Kapitel liefert einen kurzer Überblick über die charakteristische Merkmale der jeweiligen Prozesse und die damit zusammenhängende Forschung.
Kapitel 2: Einführung in die Urteilsforschung (35:32 min)
Dieses Kapitel führt in die Urteilsforschung ein. Neben der Gegenstandsbestimmung bzw. der Abgrenzung zu anderen Gebieten umfasst es die verschiedenen Arten von Urteilen und setzt sich mit der Geschichte der Urteilsforschung, ihren Theoriene und einem kurzen Rahmenmodell für den Urteilsprozess auseinander.
Kapitel 3: Urteilsgrundlagen (40:21 min)
Dieses Kapitel untermauert die Annahme, dass Urteile in hohem Maße von der Auswahl an Informationen abhängen, auf denen sie beruhen. Das hat auch etwas damit zu tun, dass das, was Menschen wahrnehmen, von ihnen selten hinterfragt wird und zunächst eher für wahr und unverfälscht gehalten wird (Gilbert, 1991). Mit Blick auf eventuelle resultierende Fehleinschätzungen durch für den Urteilsgegenstand nicht repräsentative Informationen ist es für Urteile von großer Bedeutung, auf welche Informationen die Aufmerksamkeit gelenkt wird. In diesem Kapitel geht es dementsprechend darum, wie es zur Auswahl von Informationen als Grundlage für Urteile kommt und welchen Einfluss diese Informationsauswahl auf spätere Urteile haben kann.
Kapitel 4: Regeln und Strategien der Urteilsbildung (40:21 min)
Nachdem Informationen aus der Umwelt ausgesucht und durch Informationen aus dem Gedächtnis ergänzt wurden, müssen sie in einem nächsten Schritt in ein Urteil integriert werden. Idealerweise würden für ein Urteil sämtliche relevanten Informationen berücksichtigt und auf angemessene, analytische Art und Weise zusammengeführt. Allerdings können selbst Experten trotz des Vorliegens aller notwendigen Informationen zu einem falschen Urteil kommen, wenn z. B. eine geeignete Urteilsregel fehlt (Beispiel siehe Brustkrebs-Studie). In diesem Kapitel stellen wir zunächst einige Ansätze vor, die beschreiben, wie eine »ideale« Integration aussehen könnte. Tatsächlich zeigt sich in vielen Forschungsarbeiten, dass Menschen systematisch von solchen Urteilsnormen abweichen.Diese Arbeiten werden unter dem Begriff kognitive Täuschungen zusammengefasst. Ihr Ziel besteht nicht nur in dem Auffinden von kognitiven Täuschungen, sondern auch in der Ergründung der zugrunde liegenden Urteilsprozesse. Die dargestellten Widersprüche in der Befundlage lassen sich zumindest teilweise durch die Annahme unterschiedlicher Urteilsstrategien oder -systeme erklären, wie sie in sog. Zwei-Prozess-Theorien angenommen werden.
Kapitel 5: Kontextabhängigkeit und Adaptivität von Urteilen (31:56 min)
Im Alltag werden Urteilsobjekte eigentlich so gut wie nie isoliert betrachtet und »absolut« beurteilt. Wie rot ist ein bestimmtes Rot? Um das beurteilen zu können, müssen wir es in Beziehung zu anderen Abstufungen von rot stellen. In diesem Sinne sind Urteile eigentlich immer als Relativurteile zu betrachten. Zudem belegen beispielsweise viele optische Täuschungen, dass sich die Wahrnehmung von Objekten und Farben in Abhängigkeit von dem Kontext, in dem sie präsentiert werden, dramatisch verändern kann (▶ Band »Wahrnehmung und Gedächtnis«). In diesem Kapitel geht es in erster Linie um Einflüsse auf Urteile, die sich aus dem Kontext der Urteilsaufgabe ergeben. Unter anderem geht es dabei um Aspekte der Gruppierung oder Kategorisierung von Objekten, das wiederholte Urteilen und die Einbettung der Aufgabe in eine »natürliche « Umwelt. Daneben entstehen aus der Bearbeitung einer Urteilsaufgabe oft Informationen - wie beispielsweise die Leichtigkeit, mit der sie bearbeitet werden kann -, die sich ebenfalls auf das finale Urteil auswirken können.
Kapitel 6: Motivationale und emotionale Einflüsse (20:55 min)
Im vorigen Kapitel ging es hauptsächlich um Einflüsse auf Urteile, die sich aus dem Kontext ergeben, in dem die urteilsrelevanten Informationen präsentiert werden, bzw. aus der Umwelt der urteilenden Personen. Zudem wurden in diesem Buch bisher hauptsächlich kognitive Prozesse als Grundlagen von Urteilen thematisiert. In diesem Kapitel liegt der Schwerpunkt nun auf Einflüssen, die in den Zuständen der Person des Urteilenden liegen. Dabei soll es vor allem um motivationale und emotionale Prozesse gehen, die ihrerseits einen Einfluss auf die Urteilsbildung nehmen können. Es zeigt sich, dass menschliche Urteile ohne Berücksichtigung des Wechselspiels von Kognition, Motivation und Emotion nur zum Teil zu verstehen sind. Schließlich wollen wir auf die immer stärker vertretene Annahme eingehen, dass zu einem vollständigen Verständnis menschlicher Urteilsprozesse eine Berücksichtigung der Tatsache unabdingbar ist, dass sie in einem Körper realisiert werden, der mit einer physikalisch fassbaren Umwelt interagiert. Diese Perspektive wird unter dem Begriff »embodied cognition« zusammengefasst.Kapitel 7: Einführung in die Entscheidungsforschung (33:42 min)
Bei Entscheidungen fallen uns meist bedeutsame Entscheidungen ein, die wir in unserem Leben getroffen haben oder vor denen wir einmal stehen könnten. Die Wahl des Studienfachs, größere Anschaffungen, die Wahl einer Partei, die Entscheidung mit einem Partner zusammenzuleben und die Frage, ob man Kinder in die Welt setzen soll, sind typische Beispiele. Deshalb überrascht es nicht, dass die Psychologie sich diesem Gegenstand widmet. Entscheidungen sind zugleich aber auch ein häufiges Phänomen. Wir alle treffen täglich eine Vielzahl von Entscheidungen bei denen wir nicht viel nachdenken. Gerade weil Entscheiden so alltäglich ist, müssen wir die zugrunde liegenden Denkvorgänge verstehen, um menschliches Verhalten vorhersagen zu können.
Kapitel 8: Die selektionale Phase: Bewertung und Entscheidung (44:54 min)
Das vorliegende Kapitel beschäftigt sich mit Entscheidungssituationen. Dabei muss zwischen mehr oder weniger überschaubaren Anzahlen an Optionen gewählt werden, welche sich zudem in der Sicherheit ihrer Konsequenzen sowie ihrer Wertigkeit unterscheiden. Die Situation erfordert also die Inspektion der vorliegenden Informationen, deren Bewertung und schließlich das Treffen der Wahl (selektionale Phase des Entscheidungsprozesses). Informationen müssen nicht gesucht werden und auch die Implementation der Entscheidung sowie das Lernen an den Konsequenzen werden in späteren Kapiteln behandelt. Die Varianten der Nutzentheorie beschäftigen sich vornehmlich mit der Analyse, Erklärung und Vorhersage der Ergebnisse der selektionalen Phase.
Kapitel 9: Die präselektionale Phase: Informationssuche als Teilprozess des Entscheidens (42:00 min)
Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen zu treffen, als ständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird. Das vorliegende Kapitel beschäftigt sich mit dem Prozess der Informationssuche, welcher der letztendlichen Entscheidung voraus geht.
(Charles de Gaulle, französischer Staatsmann)
Kapitel 10: Die postselektionale Phase: Effekte von Entscheidungen, Lernen und wiederholte Entscheidungen (40:20 min)
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Das vorliegende Kapitel beschäftigt sich mit den Konsequenzen von Entscheidungen auf das Lernen und wiederholte Entscheidungen.
(Sepp Herberger, Altbundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft)
Kapitel 11: Zur Rolle von Gefühlen bei Entscheidungen (36:13 min)
Man kann vieles unbewusst wissen, indem man es nur fühlt, aber nicht weiß. Das vorliegende Kapitel zeigt, dass Gefühle einen großen Einfluss auf unsere Entscheidungen haben.
(Fjodor Dostojewski)
Kapitel 12, Teil 1: Problemlösen: Grundlegende Konzepte (34:17 min)
Manche Situationen, z. B. solche unter Lebensbedrohung, sind nicht alltäglich. Sie zeigen in spektakulärer Weise, was es heißt, ein Problem zu haben: Ein Ziel zu verfolgen und plötzlich nicht zu wissen, ob und wie man dieses Ziel erreichen kann, weil ein Hindernis vorliegt bzw. eine Störung eingetreten ist, die die Zielerreichung infrage stellt. Problemlösendes Denken stellt eine der höchsten Formen geistiger Aktivität dar, die wir kennen. Die aus dieser Aktivität resultierenden Problemlösungen nicht nur auf der individuellen, sondern auch auf der kulturellen Ebene (z. B. in Form von Sprache, Schrift und Zahlsystem) haben ganz wesentlich zum Erfolg (und damit Überleben) der Spezies Mensch beigetragen. Bis heute kennen wir keine anderen Lebewesen auf diesem Planeten, die in vergleichbarer Weise ihr Leben durch planvolles Handeln und problemlösendes Denken formen und gestalten. Damit diese Einschätzung nicht als Ausdruck eines ungehemmten Fortschrittsoptimismus missverstanden wird, soll gleich hinzugefügt In diesem einführenden Kapitel wird das Konzept des Problemlösens erörtert. Zugleich soll diese psychische Aktivität abgegrenzt werden von ähnlichen Prozessen, um die Spezifik des Problemlösens sichtbar werden zu lassen. Kennzeichnend für Problemlösen ist ein bestimmter zeitlicher Verlauf dieses Prozesses. Daher geht es im Weiteren auch um Phasen des Problemlösens, die zu unterscheiden sind. Schließlich sind Differenzierungen hinsichtlich der Art von Problemen vorzunehmen - nicht alle Probleme weisen die gleichen Eigenschaften auf.
werden, dass wir diesem Denken auch zugleich das größte Vernichtungspotenzial verdanken, das eine Spezies wohl jemals erzeugt hat.
Kapitel 12, Teil 2: Problemlösen: Grundlegende Konzepte (47:01 min)
Manche Situationen, z. B. solche unter Lebensbedrohung, sind nicht alltäglich. Sie zeigen in spektakulärer Weise, was es heißt, ein Problem zu haben: Ein Ziel zu verfolgen und plötzlich nicht zu wissen, ob und wie man dieses Ziel erreichen kann, weil ein Hindernis vorliegt bzw. eine Störung eingetreten ist, die die Zielerreichung infrage stellt. Problemlösendes Denken stellt eine der höchsten Formen geistiger Aktivität dar, die wir kennen. Die aus dieser Aktivität resultierenden Problemlösungen nicht nur auf der individuellen, sondern auch auf der kulturellen Ebene (z. B. in Form von Sprache, Schrift und Zahlsystem) haben ganz wesentlich zum Erfolg (und damit Überleben) der Spezies Mensch beigetragen. Bis heute kennen wir keine anderen Lebewesen auf diesem Planeten, die in vergleichbarer Weise ihr Leben durch planvolles Handeln und problemlösendes Denken formen und gestalten. Damit diese Einschätzung nicht als Ausdruck eines ungehemmten Fortschrittsoptimismus missverstanden wird, soll gleich hinzugefügt In diesem einführenden Kapitel wird das Konzept des Problemlösens erörtert. Zugleich soll diese psychische Aktivität abgegrenzt werden von ähnlichen Prozessen, um die Spezifik des Problemlösens sichtbar werden zu lassen. Kennzeichnend für Problemlösen ist ein bestimmter zeitlicher Verlauf dieses Prozesses. Daher geht es im Weiteren auch um Phasen des Problemlösens, die zu unterscheiden sind. Schließlich sind Differenzierungen hinsichtlich der Art von Problemen vorzunehmen - nicht alle Probleme weisen die gleichen Eigenschaften auf.
werden, dass wir diesem Denken auch zugleich das größte Vernichtungspotenzial verdanken, das eine Spezies wohl jemals erzeugt hat.
Kapitel 13: Problemlösen - Ausgewählte Phänomene und Befunde (38:27 min)
In diesem Kapitel wird auf einige Phänomene im Bereich des Problemlösens hingewiesen. Dazu zählt das Phänomen der Einsicht und des Aha-Erlebnisses ebenso wie dasjenige der Einstellung, des analogen Problemlösens, der Expertise oder auch das der Notfallreaktion des kognitiven Systems. Doch zuvor soll kurz über Phänomene allgemein gesprochen werden.
Kapitel 14, Teil 1: Problemlösen: Grundlegende Theorien (23:51 min)
Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie.
(Immanuel Kant, Albert Einstein und Kurt Lewin zugesprochen)1
Ein Satz - drei potenzielle Väter: Das ruft nach einer Klärung, welcher der drei Väter der Autor dieses Satzes ist und welche zwei Väter den guten Satz nur nachgesprochen haben. Damit ist man mittendrin im Gebiet von Theorien und Hypothesen über die Welt und deren Prüfung - drei Hypothesen über die Urheberschaft, die in diesem Fall nur mittels der Prüfung schriftlicher Belege, also philologischen Mitteln geklärt werden kann. In der Wissenschaft haben wir es mit einem strukturähnlichen Problem zu tun: Ein Phänomen und drei verschiedene Erklärungen - in aller Regel helfen da nur Experimente, um festzustellen, welche der konkurrierenden Erklärungen am stichhaltigsten ist! Wichtig ist: Erst kommen die Theorien, aus denen konkrete Hypothesen über Geschehnisse unter definierten Bedingungen abgeleitet werden, dann kommen die Experimente, oder andersherum: Experimente sind kein Selbstzweck, sondern die schärfste Form der Prüfung von Kausalaussagen.
1 Die Zuweisung des Satzes zu allen drei genannten Personen macht die ETH Zürich. Die Zuweisung zu Kurt Lewin findet man z. B. bei Marrow (2002).
Kapitel 14, Teil 2: Problemlösen: Grundlegende Theorien (40:17 min)
Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie.
(Immanuel Kant, Albert Einstein und Kurt Lewin zugesprochen)1
Ein Satz - drei potenzielle Väter: Das ruft nach einer Klärung, welcher der drei Väter der Autor dieses Satzes ist und welche zwei Väter den guten Satz nur nachgesprochen haben. Damit ist man mittendrin im Gebiet von Theorien und Hypothesen über die Welt und deren Prüfung - drei Hypothesen über die Urheberschaft, die in diesem Fall nur mittels der Prüfung schriftlicher Belege, also philologischen Mitteln geklärt werden kann. In der Wissenschaft haben wir es mit einem strukturähnlichen Problem zu tun: Ein Phänomen und drei verschiedene Erklärungen - in aller Regel helfen da nur Experimente, um festzustellen, welche der konkurrierenden Erklärungen am stichhaltigsten ist! Wichtig ist: Erst kommen die Theorien, aus denen konkrete Hypothesen über Geschehnisse unter definierten Bedingungen abgeleitet werden, dann kommen die Experimente, oder andersherum: Experimente sind kein Selbstzweck, sondern die schärfste Form der Prüfung von Kausalaussagen.
1 Die Zuweisung des Satzes zu allen drei genannten Personen macht die ETH Zürich. Die Zuweisung zu Kurt Lewin findet man z. B. bei Marrow (2002).
Kapitel 15: Problemlösen: Paradigmen und Methoden (29:47 min)
The truth is that no method will provide a panacea: Different methods have different advantages and disadvantages, and, by using multiple methods, one capitalizes on the strengths of the methods while helping to minimize the effects of their weaknesses.
(Sternberg & Grigorenko, 2001).
Die methodisch saubere Erfassung von Denken und Problemlösen steht vor dem Problem, dass Denken als dem Handeln entgegengesetzt und damit als zutiefst innerlicher Prozess im Unterschied zum äußerlich sichtbaren Verhalten steht - wie kaum ein anderes Phänomen ist es damit schon von seinem Gegenstand her der direkten Beobachtung entzogen. Dies zwingt zu einer Reflexion über Erfassungs- und Erhebungsmethoden, die nachfolgend in wichtigen Auszügen wiedergegeben wird.